4.2 Dawkins und Co

 

Der Gott des Alten Testaments ist die unangenehmste Gestalt der gesamten Dichtung: eifersüchtig und auch noch stolz darauf; ein kleinlicher, ungerechter, nachtragender Kontroll-Freak; ein rachsüchtiger, blutrünstiger ethnischer Säuberer; ein frauenfeindlicher, homophober, rassistischer, kinds- und völkermörderischer, ekliger, größenwahnsinniger ,sadomasochistischer, launisch-boshafter Tyrann. (DGW 45)

 

Ein Tusch: Tara, Tara, Tara

 

Wer da in der Bütt steht und den rasenden Beifall seines vor Begeisterung außer Rand und Band geratenen Publikums genießt, ist der Evolutionsbiologe Richard Dawkins, der Frontmann der Neoatheisten. Werden hier gerade die neuesten Ergebnisse der Evolutionsbiologie zum Besten gegeben oder steckt hinter der Maske der Evolutionsbiologie bei diesem närrischen Treiben der ganz gewöhnliche Atheismus? Wird hier unter dem Deckmantel der Wissenschaft eine auch schon in die Jahre gekommene Weltanschauung wieder als neu verkauft?

 

Dawkins gilt als Vordenker einer Riege von Neoatheisten, die sich gegenseitig mit ihren Büchern in atheistischer Polemik zu überbieten trachten: Richard Dawkins mit seinem Buch „Der Gotteswahn“, Christopher Hitchens mit „Der Herr ist kein Hirte“ Sam Harris mit dem Buch „Das Ende des Glaubens". Daniel Dennett mit „Darwins gefährliches Erbe“ und Michel Onfray mit "Wir brauchen keinen Gott".

 

Christopher Hitchens ist Journalist, stolz darauf ein Linker zu sein und ein Verfechter des Irakkrieges. Sam Harris ist Neurophilosoph und als Buddhist ein Transzendenzfreak. Er liebt die transzendente Dimension, aber nicht durch die üblichen religiösen Dogmen „verunreinigt“.  Dafür ist Daniel Dennett ein ideologischer Betonkopf. Sein Credo:

Ich will hier gleich vorab eine Sache klarstellen, ich werde unbedingt festhalten an einem materialistisch-monistischem Verständnis der Wirklichkeit. Jede Form von Dualismus lehne ich ab – und zwar ungeachtet der Argumente, die dafür vorgebracht werden. Ich erkläre von vornherein, dass ich diese Argumente gar nicht in Betracht ziehe.

 

Und schließlich der Franzose Michel Onfray, auch ein Philosoph. Laut Spiegelinterview geht es ihm  es um „das letzte Gefecht“ gegen den „theologischen Hokuspokus“.

 

Als der beste Neoatheist von allen wird Richard Dawkins gehandelt. Sein „Gotteswahn“ ist laut „Welt am Sonntag“ eine Generalabrechnung mit der Religion. Deshalb konzentrieren wir uns auf dieses Buch. Alle anderen sind im Sound ähnlich.

 

                             Anmerkung Der Bezug zu diesem Buch wird wie folgt hergestellt:

                         DGW, 45  = Dawkins Gotteswahn, TB, Berlin 2008, Seite 45

                         (Taschenbuchausgabe, Berlin 2008)

 

Dawkins geht es um geistige Gesundheit.

Atheismus ist fast immer ein Zeichen für eine gesunde geistige Unabhängigkeit und sogar für einen gesunden Geist. (DGW, 15)

 

Der Gläubige dagegen leitet unter dem „Symptom einer psychiatrischen Erkrankung“ (DGW, 18) – dem Gotteswahn. Doch Erlösung ist in Sicht. Dawkins will ihn mit seinem Buch vom „Laster der Religion befreien“. Das Fundament dafür bildet folgende Definition:  

Wahn ist eine dauerhaft falsche Vorstellung, die trotz starker entgegengesetzter Belege aufrechterhalten wird. (DGW, 18)

 

Wie sehen nun diese starken Belege bei Dawkins aus?

Entweder Gott existiert oder er existiert nicht.

Das ist logo und überzeugend. Und das muss einfach auch vom hartleibigsten Kreatonisten akzeptiert werden.

 

Doch ohne Umschweife weiter zu seinen starken Belegen Dawkins über die Nichtexistenz Gottes:

Es ist eine wissenschaftliche Frage. Eines Tages werden wir die Antwort kennen, und bis es so weit ist, können wir einige sehr stichhaltige Aussagen über die Wahrscheinlichkeit machen. (DGW, 69)

 

Naja, sollte das schon alles in Sachen Existenz Gottes sein? Aber nein, das Beste kommt noch:

Gottes Existenz oder Nichtexistenz ist eine wissenschaftliche Erkenntnis über das Universum, die man zumindest im Prinzip gewinnen kann, auch wenn dies in der Praxis vielleicht nicht möglich ist. (DGW, 72)

 

Dies erinnert an eine Anfrage an den Sender Jerewan und an seine legendäre Antwort: im Prinzip ja, aber …  . Die Anfrage an den Sender Jerewan wurde in der ehemaligen Sowjetunion immer dann gestellt, wenn das hehre Prinzip von Marx zwar vorlag, in der Praxis aber Murx herauskam.

 

Sollte etwa in der grundlegenden Frage des Wahns, mit der das Buch „Gotteswahn“ steht und fällt, nur Murx herauskommen? Um Dawkins Willen! Davor seien Harris, Dennet und Onfray. Doch eine gewisse Skepsis gegenüber den drei Herren ist durchaus angesagt.

 

Alle drei sind im Prinzip Philosophen. Wie der Leiter der deutschen Arbeitsgemeinschaft Evolutionsbiologie Ulrich Kutschera im Laborjournal (6/2008) ausführte, gehören die Geisteswissenschaften und damit auch die Philosophie zu den Verbalwissenschaften, die im Reich bloßer Worte gefangen, und damit Blabladisziplinen[2] sind.

 

Anmerkung:„Tatsächlich steht die Evolutionsbiologie als Wissenschaft in vielerlei Hinsicht den Geisteswissenschaften näher als den Naturwissenschaften. Würde man eine Grenze zwischen den exakten Naturwissenschaften und den Geisteswissenschaften ziehen, so würde sie mitten durch die Biologie verlaufen. Die Funktionsbiologie müsste den exakten Naturwissenschaften zugeordnet werden, während die Evolutionsbiologie unter den Geisteswissenschaften angeordnet würde.“ (Ernst Mayr – Nestor der Evolutionsbiologie: „Die Autonomie der Biologie verstehen“, Walther-Arndt-Vorlesung im Berliner Naturkundemuseum, 26. Juni 2001)

 

Die Naturwissenschaften, allen voran die Evolutionsbiologie, dagegen beschäftigen sich nach Meinung des „Realwissenschaftlers“ Kutschera mit der Realität. Kutschera schreibt:

Das Experiment ist dem Realwissenschaftler der Halt im geistigen Chaos, der Verbalwissenschaftler dagegen rudert in den Nebeln von Avalon, ohne je ein Ufer zu erreichen.[3]

 

                        Anmerkung: Experimente sind gewöhnlich nicht geeignet, um Fragen nach der Evolution zu beantworten.

                              Wir können  kein Experiment bezüglich des Aussterbens der Dinosaurier oder zur Menschwerdung durchführen.“

                              (Ernst Mayr: ebenda )

 

Wie es auch sei: Halten wir uns weiterhin an den „Realwissenschaftler“ Dawkins. Er hatte im Zusammenhang mit den starken Belegen auf sehr stichhaltige Aussagen über die Wahrscheinlichkeit verwiesen. Stichhaltige wissenschaftliche Aussagen über die Wahrscheinlichkeit haben ihren Ausgang in Stichproben. Sie stellen eine Zufallsauswahl aus einer exakt definierten Grundgesamtheit dar. Mit der Stichprobe werden Zufallsexperimente durchgeführt und die Häufigkeit der Ergebnisse ausgezählt. Mit diesen Häufigkeiten schließlich werden dann die entsprechenden Wahrscheinlichkeiten unter Angabe ihrer Konfidenzgrenzen ermittelt.

 

Die erste Aussage Dawkins ist noch recht ungenau. Er spricht von einer sehr geringen Wahrscheinlichkeit für die Existenz Gottes von knapp über Null ((DGW, 73). Später gibt er dafür einen exakteren Wert von 2% an – immerhin größer als die Wahrscheinlichkeit, dass Leben zufällig entstand. Wie Dawkins zu seinen sehr stichhaltigen Aussagen über die Wahrscheinlichkeit kommen sollte, bleibt allerdings sein Geheimnis. Rudert er etwa in dem Nebel von Avalon, fern jeden Ufers. Dies wäre aber alles völlig uninteressant, wenn Dawkins nicht mit dem wissenschaftlichen Nimbus gegen gläubige Menschen antreten und deren Glauben verächtlich machen würde. 

 

Doch Dawkins weiß Rat: Ruhe bewahren und Tee trinken – zur Not auch aus einer himmlischen Teekanne Und so wälzt er das, was er nicht leistet, auf die Betroffenen ab:

Die Beweislast liegt nicht bei den Ungläubigen, sondern bei den Gläubigen … Die Tatsache, dass der Glaube an Gott im Vergleich zum Glaube an die himmlische Teekanne weit verbreitet ist, ändert aus logischer Sicht nichts an der Verteilung der Beweislast. (DGW, 77)

 

Ist dies eine Aufforderung, Forschung zum Intelligent Design zu betreiben? Doch Gläubige wollen ja gar nichts beweisen. Sie wollen nur an ihren Gott glauben. Und so ist es Ausdruck völliger Hilflosigkeit vor Gott, ihnen eine Beweislast überhalftern zu wollen.

 

Über Gott allerdings kann Dawkins nur den Kopf schütteln:

Aber ich kann nur den Kopf darüber schütteln, dass Menschen ihr Leben noch heute auf ein derart widerwärtiges Vorbild wie Jahwe stützen – und was noch schlimmer ist, dass sie rechthaberisch versuchen dieses böse Ungeheuer (ob echt oder erfunden) auch uns anderen aufzuzwingen. (DGW, 344)

 

Soweit, so schlecht. Aber wie sähe nun nach Dawkins Vorstellungen die Alternative zum Gestalter Jahwe aus.

Gott als Gestalter muss selbst das Endprodukt einer additiven Leiter oder eines Krans sein, vielleicht das Produkt einer Version des Darwinismus aus einem anderen Universums (DGW, 219)

AHA! Dawkins glaubt natürlich nicht an ein solches abstruses Gotteskonstrukt. Christen übrigens auch nicht!

 

Wissenschaft ist es jedenfalls nicht, was Dawkins hier so anbietet. Es ist Ideologie. Wie sie funktioniert zeigt ein Blick in Dawkins „Gotteswahn“. Dawkins spricht von „darwinistischer Welt“ (DGW, 302), von „darwinistischer Ethik“ (DGW, 303), von „darwinistischen Vorteil“ (DGW, 305), von „darwinistischen Sinn“ (DGW, 306), von „darwinistischen Fehlern“, die jedoch sehr kostbar und segensreich sind (DGW 307), von „darwinistischer Vergangenheit“, in dem unser Sexualtrieb wurzelt (DGW, 309).

 

Das Rezept ist ganz simpel: Man setze vor jeden beliebigen Begriff „darwinistisch“ und schon ist er Bestandteil des Darwinismus und damit zu einer hochwissenschaftlichen Sache geworden. Für sie bürgt dann der Quastenflosser, der Archaeopteryx  und so mancher von den Paläontologen gefundener alter Knochen.

 

Um den Ideologiecharakter ganz deutlich zu machen, ersetze man „darwinistisch“ durch „sozialistisch“ und schon wieder ist der betreffende Begriff eine hochwissenschaftliche Sache. Und zwar als Baustein des sogenannten „wissenschaftlichen Sozialismus“, der wissenschaftlichen Basis des entwickelten Sozialismus in der DDR. Natürlich mit leichten Abwandlungen: Es gibt keine „sozialistischen Fehler“, sondern nur ihr Gegenteil: „sozialistische Vorzüge und Triebkräfte“ und es gibt auch keine „sozialistische Vergangenheit“ in welcher der Sexualtrieb wurzelt, jedoch eine „Geschichte der Arbeiterbewegung“ als eine Wurzel für die Entstehung des Sozialismus im Rahmen des internationalen Klassenkampfes 

 

Dies ist das Geheimnis jeglicher weltanschaulichen Alchemieküche, in der ideologischen Klischees gegen anders Denkende zusammengebraut werden. Man kann aus jedem Unsinn ein System machen. Man muss ihm nur den Anschein der Wissenschaftlichkeit geben. Dann ist er geeignet, die Gehirne zu vernebeln. Doch Dawkins will nicht nur die Gehirne vernebeln. Er will eine ätzende, aggressive Säure zusammenbrauen, die jeglichen Glauben, jegliche Religion, jegliche absolute Moral und jeglichen Sinn zersetzt. Dazu würzt er seine Ideologie mit einer umfangreichen Sammlung von herabwürdigenden Ausdrücken.

 

Hier eine Auswahl aus Dawkins Repertoire:  unangenehm, abscheulich, rassistisch, gefährlich, Ekel erregend, lächerlich, Quacksalberei, Wahnvorstellungen, voller barbarischer Schandtaten, schädigende Wirkung, halsstarrig,   quälend, gehässig, widerwärtig, böse, bösartig, boshaft, abstoßend, albern, völlig verrückt, grausam, nutzlos, irrational, unsinnig, lasterhaft, unsensibel gegenüber normalen menschlichen Gefühlen, grauenhaft, infantil, sadomasochistisch, widerlich, schändlich, blutrünstig etc.

 

Damit würdigt er Glaube und Religion herab. Dazu einige Beispiele:

Religion ist eine Laster (DGW, 18)

Religion ist eine Kraft des Bösen (DGW, 398)

Religion kann „Urteile verzerren und normalen menschlichen Anstand ins Gegenteil verkehren“ (DGW, 435)

Er wirkte auf mich wie ein ehrlicher, aufrechter Mensch, wortgewandt und nachdenklich. Nur war sein Geist von religiösem Unsinn befallen. (DGW, 414)

 

Das Gehirn ist nach Dawkins eine Ansammlung von Modulen. Religion entstehe durch Fehlfunktionen einzelner Module.[4]

 

                              Anmerkung:  Geht es nicht etwas weniger nebulös? Welche Module sind das und wie kommt es zu diesen

                                                        Fehlfunktionen?

 

Dadurch sei Religion wie der Flug der Motte ins Licht.

Das durch Fehlfunktionen entstandene Nebenprodukt – vergleichbar mit dem Flug in die Kerzenflamme – ist die Liebe zu Jahwe (oder zur Jungfrau Maria oder zu einer Oblade oder zu Allah) mit allen dadurch motivierten irrationalen Handlungen. (DGW, 261)

 

Und dafür, dass Religion nicht so einfach ausrottbar ist, hat er eine wohlfeile Erklärung zur Hand:

Kinder sind leichtgläubig und deshalb besonders anfällig für „geistige Viren“ „Warum findet die „Infektion“ ihren Ausdruck in der Religion und nicht in … worin? … Einmal angesteckt, wächst das Kind auf und infiziert die nächste Generation mit dem gleichen Unsinn  (DGW, 263)

 

Ist nun Religion ein geistiger Virus oder ein fehlfunktionierendes Modul? Unterliegt sie einer „darwinististischen“ Evolution und wie geht diese vor sich? Um hierzu eine Klärung herbeiführen zu können, erfindet Dawkins ein Analogon zum Gen – das Mem.

 

Meme sind nach Dawkins Ideen, Verhaltensweisen oder Fertigkeiten, die durch Imitation von Person zu Person übertragen werden können und der natürlichen Zuchtwahl unterliegen. Damit beruhe die kulturell – soziale Entwicklung auf den gleichen Mechanismen wie die biologische Evolution. Auch Religionen seien Meme und zwar Viren, die sich von Person zu Person ausbreiten. Sie seien mehr als Schmarotzer. Sie seien gefährliche Parasiten, die es auszurotten gelte.

 

Das ganze Gerede von Memen und Memkomplexen ist aber nichts weiter als eine pseudowissenschaftliche Spekulation. Hier werden wissenschaftliche Einsichten vom biologischen Bereich, wo sie anerkannt sind, auf den kulturell – sozialen übertragen. Beide Bereiche jedoch sind grundlegend voneinander verschieden. Es handelt sich hier um eine unhaltbare Extrapolation, deren Ergebnisse an der dem kulturell – sozialen Bereich inhärenten Eigengesetzlichkeit gehörig vorbeigehen.

 

In der Naturwissenschaft sind die Fachbegriffe operational oder sogar wie in der Physik durch Messvorschriften definiert. Davon aber kann in der Memologie keine Rede sein. Die Begriffe sind ungenau, die  Methodik ist unsauber. Seriöse kognitionspsychologische Studien weisen nach, dass die Verbreitung von  Ideen, Verhaltensweisen oder Fertigkeiten durch Imitation eher die Ausnahme als die Regel ist, mit der genetischen Evolution nicht verglichen werden kann. Der Versuch, die Religionen aus ideologischen Gründen zu biologisieren, ist gründlich gescheitert.

 

Aber da geht es auch noch um Materielles:

Religion frisst Ressourcen, und das manchmal in gewaltigem Umfang. … Wozu das alles? Welchen Nutzen hat Religion? Mit Nutzen meint der Darwinist in der Regel, dass die Überlebensaussichten für die Gene eines Individuums sich verbessern. (DGW, 228)

 

Liest man dies alles, so drängt sich der Eindruck auf, dass alles was Dawkins über Religion sagt, sehr unausgegoren und verworren wirkt. Das hindert ihn nicht, vom hohen Sockel einer vermeintlich alles erklärenden Wissenschaft herab, Stimmung gegen jene Gläubige machen, die mit ihren Steuern jene hasserfüllte atheistische Propaganda letztlich mitfinanzieren.

 

Die Sorge um die durch Religion aufgefressenen Ressourcen wird nach Dawkins durch die fehlende Bildung der Gläubigen motiviert:

Da muss man es Wissenschaftlern wohl nachsehen, wenn sie sich bedroht fühlen, denn der größte Teil ihrer Forschungsmittel kommt letztlich vom Staat, und die gewählten Volksvertreter müssen nicht nur auf den gebildeten Teil der Wählerschaft Rücksicht nehmen, sondern auch auf jene, bei denen sich Unkenntnis mit Vorurteilen paart. (DGW, 96)

 

Bildungsferne findet sich nach Dawkins besonders die Kirche:

Warum es in der Kirche überhaupt noch Kreise gibt, die die Bezeichnung „gebildet“ verdienen, ist ein mindestens ebenso großes Rätsel wie die, an denen die Theologen ihre Freude haben.  (DGW, 87)

 

Zu diesen Rätseln zählt nach Dawkins vor allem der Kreuzestod Jesu. Der Kreuzestod ist nicht nur boshaft und unangenehm, sondern auch völlig verrückt. (DGW, 351)

 

Und trotz alledem: Das Kreuz steht im Mittelpunkt christlichen Glaubens:

Glaube ist genau deshalb bösartig, weil er keine Rechtfertigung braucht und keine Diskussion duldet. (DGW, 429)

Doch auch Dawkins und Co kann ohne Glauben nicht auskommen:

Wir glauben an die Evolution, weil Belege dafür sprechen (DGW, 392).

 Aber der Glaube bringt rationale Berechnungen besonders wirksam zum Schweigen und übertrifft darin meist alle anderen Motive. (DGW, 427)

 

Und was Theologie anbetrifft, so ist dies für Dawkins überhaupt eine gegenstandslose Sache. Er stellt die Frage, inwieweit man überhaupt sagen kann, die Theologen hätten eine eigene Domäne, also einen Gegenstand (DGW, 80)…. Ich warte noch immer auf einen stichhaltigen Grund für die Annahme, dass die Theologie überhaupt ein Forschungsgegenstand ist. (DGW, 82)

Sie (die Theologie) hat nichts zum Wissen der Menschheit beigetragen. (DGW, 82)

 

Die Urknalltheorie wurde bekanntlich vom belgischen Theologen Georges Edouard Lemaître, die Evolutionstheorie vom britischen Theologen Charles Darwin und die Genetik vom  böhmischen Mönch Gregor Mendel begründet. Weiß Dawkins nicht, wessen Brot er da isst?

 

Doch ungeachtet dessen kämpfen Dawkins und Co fanatisch gegen alle, die an eine Schöpfung glauben, gegen alle Christen, Muslime und Juden – gegen die Kreationisten also. Doch Vorsicht vor ihnen:

Kreationisten kämpfen mit schmutzigen Methoden. (DGW, 98)

 

Die sauberen Methoden der Neoatheisten richten sich gegen religiöse Ethik und Moral, besonders gegen die, auf denen sich das christliche Abendland gründet. Dawkins konstatiert zwei Quellen der Ethik, die direkten Anweisungen (10 Gebote) und der Vorbildcharakter Gottes oder anderer biblischer Gestalten. Beide führen zu einem ethischen System, das jeder zivilisierte moderne Mensch, ob religiös oder nicht, widerwärtig finden würde. (DGW, 327)

 

Aber worin wurzelt dann unsere Ethik? Das kann er natürlich nicht sagen. Aber eins weiß er genau:

Woher unsere heutige Ethik auch kommen mag, aus der Bibel stammt sie jedenfalls nicht.  (DGW, 341)

Und warum eigentlich nicht?

Die Bibel ist ein Regelwerk der Gruppenmoral mit  Anweisungen zum Völkermord, zur Versklavung anderer Gruppen und zur Weltherrschaft[5].

 

                      Anmerkung: Meint Dawkins etwa die jüdische Bibel und den unseligen Mythos einer von den Juden angestrebten

                            Weltherrschaft?

 

Dawkins charakterisiert die Bibel als „Verherrlichung von Mord, Grausamkeit und Vergewaltigung.  Sie sei böse, weil sie als Fundament unserer Ethik verkauft werde. (DGW, 358)

 

Also weg mit diesen fundamentalistischen Fundamenten! Was dann bleibt, ist ein ethisch – moralischer Relativismus, der den Vater der drei Weltreligionen – Abraham – verurteilt, Adolf Hitler dagegen rehabilitiert:

Jede moderne Justiz hätte Abraham wegen Kindesmisshandlung verfolgt. (DGW, 367)

Aber:

Besonders böse erscheint Hitler nur nach den eher gutartigen Maßstäben unserer Zeit. (DGW, 373)

 

Vom diesem ethischen Relativismus her fragt dann Dawkins auch, wie ehrlicher Glaube einzuordnen sei:  

Warum stuft man es denn als Sünde ein, wenn man ehrlich glaubt, dass man einen anderen zu einer schnelleren Reise in den Himmel verhilft? (DGW, 494)

 

Richard Dawkins gehört mit zu den einflussreichsten Menschen unserer Gegenwart. Sein Wort, seine Meinung finden Gehör und ein großes öffentliches Echo. Sein Einfluss beruht auf seinen wissenschaftlichen Ruf, den er mit seiner Hypothese vom egoistischen Gen erworben hat. Durch das gleichnamige Buch wurde er zum  medienwirksamen  Superstar der Evolutionsbiologie.  Diesen Nimbus nutzt er für die Verbreitung seines aggressiven Atheismus.

 

Nach der Hypothese vom egoistischen Gen geht es bei der Evolution nicht um das Überleben des Individuums oder der Art. Es geht um die Überlebensfähigkeit des Gens. Die einzelnen Gene stehen innerhalb der Art im Konkurrenzkampf um die besten Fortpflanzungsmöglichkeiten, um so viele Kopien wie mögliche in der nachfolgenden Generation zu platzieren. Danach ist das Gen die entscheidende Einheit der Evolution und nicht das Individuum, nicht die Gruppe und auch nicht die Art. Das Gen nutzt den Körper des Individuums nur als Überlebensmaschine.

 

Dawkins dazu im Vorwort seines Buches „Das egoistische Gen“:

Wir sind Überlebensmaschinen – Roboter, blind programmiert zur Erhaltung der selbstsüchtigen Moleküle, die Gene genannt werden.

 

Dawkins propagiert hiermit einen genetischen Determinismus. Er steht sozusagen auf den Boden des mechanischen Materialismus, den schon um 1750 der französische Aufklärer Julien Offroy de La Mettrie mit seiner These, dass der Mensch eine Maschine sei, vertrat. Dawkins wehrt sich gegen den Vorwurf, dass er eine Ideolologie des 19. Jahrhunderts vertritt. Da liegt er völlig richtig: Er vertritt letzten Endes eine Ideologie des 18. Jahrhunderts.

 

Inzwischen hat sich die Auffassung durchgesetzt, dass die Gene zur Ausführung ihrer Funktionen im Körper miteinander kooperieren müssen. Nicht das egoistische Gen steht also im Vordergrund steht, sondern das kooperative. Hinzu kommen die Erkenntnisse der Epigenetik, nachdem Gene mit ihrer Umwelt in einer kooperativen Beziehung stehen. Immer mehr Biologen vertreten die Meinung, dass dies das Aus für das egoistische Gen Dawkins ist. Das Individuum wird wieder in seinen entscheidenden Rang für die Evolution eingesetzt.

 

Dazu ein Wissenschaftler, der unter den Fachleuten als der „Darwin des 20. Jahrhunderts“ gilt. Es ist Ernst Mayr, der 2005  verstorbene Nestor der Evolutionsbiologie. In einem Interview mit der Zeitung „Die Welt“ vom 3. Juli 2004 antwortet Mayr auf die Frage was er vom egoistischen Gen Dawkins halte:

Er ist total im Unrecht. Dawkins ist einer der letzten Vertreter der genzentrierten Sicht. Aber Gene laufen in der Natur nicht frei herum. Ein Einzelwesen wird vielleicht eben wegen eines bestimmten Gens ausgewählt, aber im Zentrum steht immer, immer das Individuum.

 

Ein vernichtendes Urteil! Wenn sich Dawkins schon da irrte, wo man ihn in seinem Fachgebiet für innovativ hält, so erweist er sich in Sachen Glauben und Theologie als regelrecht inkompetent. So nimmt er Adam aus dem zweiten Schöpfungsbericht aufs Korn und erklärt triumphierend, dass ja Adam gar nicht existiert  habe.

Das Adam nicht existiert habe, bringe das gesamte Fundament dieser ganzen quälend gehässigen Theorie[6] zum Einsturz. (DGW, 351)

Dawkins scheint es entgangen zu sein, dass Adam ein Gattungsname ist. Adam heißt auf Hebräisch Mensch. Als Einzelmensch hat Adam natürlich nicht existiert, als Gattung wohl.

 

Christentum ist für die Menschen da und wird durch sie verwirklicht. 1970 lebten 1 Milliarde 236 Millionen Christen auf der Erde. Im Jahre 2025 werden es  voraussichtlich 2 Milliarden 617 Millionen Christen sein. Besonders in  Lateinamerika, Afrika, Asien und auch in der Pazifikregion steigt die Zahl der Christen beständig an. In Nordamerika und Europa wird gegenwärtig von einer Renaissance des Christentums gesprochen. Ähnliche Wachstumstendenzen verzeichnen jedoch auch andere Religionen. Die Berechnung der langfristigen Trends ergab, dass im Jahre 2200 über 87% der Weltbevölkerung einer Religion angehören werden.

 

Dawkins versteigt sich in seinem Angriff auf die religiöse Ethik und Moral zu der Behauptung, dass Gläubige nur gut sind, weil sie Belohnung und Zustimmung erringen sowie Bestrafung und Ablehnung vermeiden wollen und sich so vor Gott rechtfertigen. (DGW, 315) Die Lehre des Apostel Paulus von der Rechtfertigung durch den Glauben - von Luther zum zentralen Inhalt seiner reformatorischen Bemühungen gemacht und inzwischen aber auch vom Katholizismus in seiner grundlegenden Bedeutung betont - scheint Dawkins völlig unbekannt zu sein. Und die zentrale ethische Lehre Christi, das Fundament christlicher Friedensethik, die Feindesliebe nämlich, wird von Dawkins in seinem „Gotteswahn“ mit keinem Wort erwähnt. Findet er sie zu abscheulich, gehässig, lasterhaft und grauenhaft oder wäre ihm die Charakteristik als widerwärtig, boshaft, Ekel erregend und blutrünstig lieber?

 

Das Hauptargument gegen die Religionen besteht aber darin, dass Darwin mit seiner Evolutionstheorie den religiösen Schöpfungsglauben widerlegt hätte. Auch diese Behauptung wurde erst durch eine falsche Auslegung des Buches Genesis zu Darwins Zeiten erst möglich. Aus dem priesterschriftlichen Schöpfungsbericht wurde abgeleitet, dass die Schöpfung beendet sei und damit alle Arten seit dem Schöpfungsereignis unveränderlich bestehen. Dies war auch die wohl am meisten verbreitete Ansicht der damaligen Biologen.

 

Der Schöpfer des bekannten Klassifikationssystems der Tiere und Pflanzen, der 1778 verstorbene Carl von Linné  - die überragende biologische Kapazität zu Darwins Zeiten - brachte diese Ansicht so zum Ausdruck:

Es gibt genau so viele Arten, als das unendliche Wesen zu Anbeginn geschaffen hat.

 

Mit seiner Evolutionstheorie hat Darwin in der Tat diese irrige Ansicht widerlegt. Nicht jedoch die Schöpfung oder gar Gott. Charles Darwin schreibt in seinem Hauptwerk „Die Entstehung der Arten“:

Es ist wahrlich etwas Erhabenes um die Auffassung, dass der Schöpfer den Keim alles Lebens, das uns umgibt, nur wenigen oder gar nur einer einzigen Form eingehaucht hat und dass, während sich unsere Erde nach den Gesetzen der Schwerkraft im Kreise bewegt, aus einem so schlichten Anfang eine unendliche Zahl der schönsten und wunderbarsten Formen entstand und noch weiter besteht.

 

Die Wirklichkeit ist so komplex, dass sie aus verschiedenen Perspektiven und durch verschiedene Wissenschaften beschrieben werden muss. Diese haben unterschiedliche wissenschaftliche Terminologien, unterschiedliche Sprachen. Der Philosoph Ludwig Wittgenstein (1889-1951) spricht in diesem Zusammenhang von Sprachspielen. Diese wurzeln in der Wirklichkeit und in der Tätigkeit der Menschen. Sie geben die verschiedenen Perspektiven aus denen die komplexe Wirklichkeit gesehen werden muss wieder. Entspricht diese Widergabe der Wahrheit, so widersprechen sie sich nicht. Die Sprachspiele sind nicht kontradiktorisch sondern additiv, einander ergänzend, anzuwenden. Dazu ein Beispiel:

 

Ein Diamant hat aus der physikalischen Perspektive ein Gewicht. Es wird in Karat angegeben. Der Diamant besteht chemisch aus Kohlenstoff. Er ist härter als Stahl und kann deshalb als Schneidewerkzeug verarbeitet werden. Er kann aber auch geschliffen werden. Als Schmuck kostet er beispielsweise 1.500 €. Dieser Diamant passt aus ästhetischer Sicht als Kollier zum kleinen schwarzen Abendkleid einer schönen Frau. Man kann nicht sagen: Er kostet 1.500 € oder er passt zum kleinen schwarzen Abendkleid.

 

Hier widersprechen sich die ästhetische und die monetäre Sichtweise und die darauf basierenden Wortspiele. Eine solche konträre Formulierung gibt die Wirklichkeit nicht richtig wieder. Unterschiedliche Wortspiele gegeneinander auszuspielen ist im Interesse einer wahrheitsgerechten Widergabe der Wirklichkeit unseriös.

 

Dies trifft auch auf „Evolution“ und „Schöpfung“ zu.  „Evolution“ gehört zum naturwissenschaftlichen Sprachspiel, „Schöpfung“ dagegen zum philosophisch-theologischen. Beide ergänzen sich zu einer einheitlichen, umfassenden Weltsicht. Es kann nicht heißen „Schöpfung oder Evolution“, sondern „Schöpfung und Evolution“ Oder in Anlehnung an einem bekannten Slogan ausgedrückt: Mit zwei Augen sieht man besser. Dies deshalb weil sie zwei zusammengehörige Seiten der einen Wirklichkeit widerspiegeln. Sie im Namen der Wissenschaft gegeneinander auszuspielen, heißt aus der Wissenschaft einen Popanz zu machen. Doch gerade dies wird von den Neoatheisten getan. Ziel ist es, das Christentum verächtlich zu machen.

 

Es gibt wohl kaum ein atheistisches Argument, dass in der Vergangenheit nicht vorgetragen wurde. Warum wurden diese noch einmal aufgewärmt? Handelt es sich nur um eine Reaktion auf den 11. September 2001 bzw. auf den Fundamentalismus in den USA? Und werden dabei des Kaisers neue Kleider spazieren getragen? Was ist das Neue am neuen Atheismus?

 

Der neue Atheismus versteht sich als neue Heilslehre, als neue Religion. Die Neoatheisten wollen die Aufklärung vollenden, indem sie jede Form traditioneller Religion ausrotten und an ihre Stelle den Darwinismus setzen. Dabei wird sein Gültigkeitsrahmen, seine Beschränkung auf die biologische Evolution überschritten und der Darwinismus zum universellen Erklärungsprinzip allem Seins überhöht. Im Darwinismus sehen die Neoatheisten eine Art Designerdroge, die in der Lage ist, das Bewusstsein zu erweitern und so das eigentliche Wesen der Wirklichkeit zu erkennen. Es besteht jedoch vor allem in der innerweltlichen Beschränktheit jeglichen Seins, in der Materialität der Welt. Dementsprechend ist der Materialismus die einzig akzeptable Weltanschauung.

 

Die Neoatheisten fühlen sich dem weltanschaulichen Atheismus verpflichtet, der sich in einem materialistischen Weltbild konkretisiert, in welchen für Gott kein Platz mehr vorhanden ist. Die Anhänger dieses weltanschaulichen Atheismus mit ihrem erweiterten Bewusstsein fühlen sich anderen Menschen, insbesondere Gläubigen intellektuell überlegen und organisieren sich in der sogenannten Bright – Bewegung.

 

Das englische bright heißt soviel wie hell, schlau, aufgeweckt. Daniel Dennet charakterisiert die Brights in dem Artikel „The Bright Stuff“ in der New York Times folgendermaßen:

Die Zeit ist reif für uns Brights, uns zu bekennen. Was ist ein Bright? Ein Bright ist eine Person mit einem naturalistischen Weltbild, frei von Übernatürlichem. Wir Brights glauben nicht an Geister, Elfen oder den Osterhasen − oder an Gott.

 

Und so ziehen die Bright mit missionarischem Eifer gegen jene geistig unterbemittelten Gläubigen aller Religionen zu Felde. Dawkins hat ihnen mit seinen „Gotteswahn“ eine Ersatzbibel geschaffen:

Auf die Frage: „Glaubt Dawkins wirklich, die Welt wäre humaner, wenn wir alle nicht mehr in der Bibel, sondern in Den Gotteswahn Wahrheit und Trost suchen würden?“ antwortet er: „Eigentlich schon, denn Sie gebrauchen das Wort human“ (DGW, 532)

 

Doch dies kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Atheismus, auch in seiner neoatheistisch – religiösen Fassung, lediglich Verneinung, Negation ist. Es gibt keinen Grund sich vor dem Gepolter des Hardcore – Atheismus  so zu verbiegen, dass die christliche Substanz kaum noch sichtbar ist. Dies aber tut der Heidelberger Theologe Gerd Theißen, wenn er verkündet[7], dass anstelle der Gottebenbildlichkeit die Affenebenbildlichkeit treten müsse, dass Gott als Hypothese begriffen werden müsse und Mitmenschlichkeit sich als Illusion im „struggle for life“ erweise. Und dies tut auch Hubert Meisinger vom Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, der in der Media – Box der EKD vom 06. August 2007 schreibt:

Der neue Atheismus, der in Form der Bright-Bewegung auch in Deutschland zunehmend Anhänger findet, wird ebenso durch Intelligent Design herausgefordert wie eine liberale, sich der Aufklärung verpflichtend wissende, ein dynamisches Gottesbild vertretende Theologie – vielleicht wäre es an der Zeit, eine strategische Partnerschaft zwischen diesen meist als sich ausschließend dargestellten Positionen zu überlegen, um gemeinsam, konstruktiv und mit gegenseitigem Respekt den Herausforderungen, die ID ganz offensichtlich stellt, von der je eigenen Perspektive her zu begegnen und mit dieser Kooperation die Position von ID zu entkräften.

 

Für Dawkins & Co gehören sowohl Theißen als auch Meisinger zu jenen ungebildeten kirchlichen Kreisen, die auch eine entsprechend unintelligente Religion vertreten. Sie sind, wie Dawkins beklagt, blind und geistig abgestorben. Und sie bewegen sich deshalb auch nicht in Augenhöhe der hellen und schlauen Brights mit ihren gesunden und kraftvollen Geist. Die Brights allein sehen sich zu Vollender der Aufklärung auserkoren. Vollendung der Aufklärung bedeutet aber die Ausrottung jener drei menschenfeindliche Religionen (DGW, 54) des Judentums, des Christentums und des Islams. Es sind für die intelligenten Brights unintelligente Religionen. Doch zumindest eine Ausnahme bestätigt die Regel:  

 

Eine Religion, die fast in ihrer Gesamtheit intelligent gestaltet wurde, ist Scientology, aber nach meiner Vermutung handelt es sich dabei um eine Ausnahme. (DGW, 282)

Hier erübrigt sich wohl jeder weitere Kommentar!


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[1] Der Bezug zu diesem Buch wird wie folgt hergestellt:

DGW, 45  = Dawkins Gotteswahn, TB, Berlin 2008, Seite 45

(Taschenbuchausgabe, Berlin 2008)

 

[2] „Tatsächlich steht die Evolutionsbiologie als Wissenschaft in vielerlei Hinsicht den Geisteswissenschaften näher als den Naturwissenschaften. Würde man eine Grenze zwischen den exakten Naturwissenschaften und den Geisteswissenschaften ziehen, so würde sie mitten durch die Biologie verlaufen. Die Funktionsbiologie müsste den exakten Naturwissenschaften zugeordnet werden, während die Evolutionsbiologie unter den Geisteswissenschaften angeordnet würde.“ (Ernst Mayr – Nestor der Evolutionsbiologie: „Die Autonomie der Biologie verstehen“, Walther-Arndt-Vorlesung im Berliner Naturkundemuseum, 26. Juni 2001)

[3]Experimente sind gewöhnlich nicht geeignet, um Fragen nach der Evolution zu beantworten. Wir können kein Experiment bezüglich des Aussterbens der Dinosaurier oder zur Menschwerdung durchführen.“ (Ernst Mayr:  ebenda )

 

[4] Geht es nicht etwas weniger nebulös? Welche Module sind das und wie kommt es zu diesen Fehlfunktionen?

[5] Meint Dawkins etwa die jüdische Bibel und den unseligen Mythos einer von den Juden angestrebten Weltherrschaft?

[6] das Christentum

[7] Theißen, Gerd: „Evolution“, in: Tobias Daniel Wabbel: Im Anfang war kein Gott. Naturwissenschaftliche und theologische Perspektiven, Düsseldorf, 2004, S. 147-158.

 

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