Heil und Evolution

 

Anmerkungen

 

Heil

 

Heil will jede Religion den Menschen bringen, auch das Christentum. Fragt man nun, was Heil eigentlich ist so bekommt als Antwort meistens die Worte „Erlösung“ oder „Gnade“ zu hören. Erlösung ist das Herauslösen aus einer Situation der Unfreiheit, eine Befreiung. Gnade dagegen liebevolle Zuwendung. Beides sind Vorgänge. Heil aber ist ein Zustand, der allerdings noch nicht voll erreicht ist. Er hat sicherlich etwas mit Erlösung und Gnade zu tun, ist aber damit nicht identisch. Denn Heil ist Teilhabe am Göttlichen, Geborgenheit in Gott. Wenn dieses Heil erreicht ist, hat der Mensch zu seiner eigentlichen Bestimmung, zu seinem Selbst gefunden.

 

 

Heilsgeschichte

 

Gottes Wille ist auf Heil gerichtet. Doch Heil erscheint nicht schlagartig, wie von Zauberhand kreiert, sondern Heil setzt sich in einem Prozess durch – in der Heilsgeschichte. Sie ist in die Universalgeschichte, wie sie in unseren Geschichtsbüchern steht, integriert. Heilsgeschichte aber fällt nicht in  dem Aufgabenbereich der professionellen Historiker. Sie wird in den heiligen Schriften, oftmals auch mittels Symbole und Metaphern, dargetan. Heilsgeschichte beginnt mit der Schöpfung. Sie führt über mehrere geschichtliche Etappen zu ihrem Ziel – dem Reich Gottes.

 

 

Jesus 

 

Ihren Höhepunkt erreicht die Heilsgeschichte im Leben und Sterben von Jesus Christus. Jesus verkündet das göttliche Heil und er bringt auch unmittelbar Heil, indem er Kranke heilt. Jesus Christus verkündet das Reich Gottes. Mit ihm nimmt das Gottesreich seinen Anfang. Es entfaltet sich in dem Maße, wie Menschen Jesus nachfolgen und in das Reich eintreten.

 

Reich Gottes

 

Das Reich Gottes – die Gottesherrschaft - bedeutet für die Menschen Frieden und Gerechtigkeit. Jesus charakterisiert es durch seine Gleichnisse und gibt für das Verhalten der Menschen die Ethik der Bergpredigt vor.

Das Reich wird durch Gott errichtet. Menschen sind aber berufen in das sich entwickelnde Reich einzutreten und dem Reich zu dienen.

Dazu ist Umkehr notwendig und dies ist Abkehr von einem allzu materiellen und egoistischen Lebensbezug wie ständige Jagd nach Gut und Geld, Leben auf Kosten anderer, Macht und Prestigestreben, etc. Doch dafür gibt es kein Patentrezept. Öfters Einhalten im oftmals hektischen Lebensvollzug, Bilanz ziehen, persönliche Ziele und Lebensweise bewerten, Alternativen durchdenken, veränderte Verhaltensweisen zu den Mitmenschen ausprobieren – meistens ist Umkehr nicht mit einemmal, sondern Schritt für Schritt zu vollziehen. Dabei gewinnt der spirituelle Lebensbezug immer mehr an Gewicht. Rückschläge, d. h. situationsbedingte zeitweise  Rückfälle in alte Verhaltensweisen, sollten dabei nicht entmutigen.

Je mehr das Gewicht des spirituellen Lebensbezuges zunimmt, desto größer die Wahrscheinlichkeit einer Neu- oder Wiedergeburt. Menschen werden zu Kindern Gottes und Kinder Gottes sind Brüder und Schwestern. Eine Kultur der Liebe bestimmt die mitmenschlichen Beziehungen im Gottesreich.

 

 
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